Gemeinsames Lernen

Die Schulkonferenz der Vogelruthschule hat im Jahr 1990 beschlossen, im Rahmen des Modellversuchs „Gemeinsamer Unterricht an Grundschulen“ eine erste Klasse ab dem Schuljahr 1990/91 einzurichten. Demzufolge gibt es seit dem Schuljahr 1993/94 in jeder Jahrgangsstufe eine Klasse mit Gemeinsamem Unterricht. Nach Beendigung des Schulversuchs im Jahre 1994 wurde der Gemeinsame Unterricht ab dem Schuljahr 1995/96 als reguläres Angebot fortgeführt.

Mit dem neunten Schulrechtsänderungsgesetz vom 01.08.2014 hat das Land den Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt und die ersten Schritte auf dem Weg zur inklusiven Bildung an allgemeinen Schulen in NRW gesetzlich verankert. Schülerinnen und Schülern soll grundsätzlich ein Platz im Gemeinsamen Lernen an einer allgemeinbildenden Schule zur Verfügung gestellt werden.

Seit dem Schuljahr 2014/15 hat sich die Vogelruthschule weiterentwickelt und im Sinne des inklusiven Lernens die Schwerpunktklassen aufgelöst. Kinder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf können nun in allen Klassen eines Jahrgangs inklusiv beschult werden.

Das inklusive Lernen an der Vogelruthschule ermöglicht eine Erweiterung unterschiedlicher Kompetenzen für alle am Lernen Beteiligten. Dies betrifft Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen.

 

Für die Schüler bedeutet dies

  • Akzeptanz von Anderssein
  • Veränderung der Sichtweisen des eigenen Selbst
  • Individualisierung im Lernen
  • Differenzierte Wahrnehmung von Leistungen
  • Wahrnehmung und Anerkennung individueller Entwicklungen
  • Erweiterung der sozialen Kompetenzen

 Für die Eltern bedeutet dies

  • Offenheit und Verständnis, Toleranz und Unterstützung der Eltern untereinander
  • Auseinandersetzung mit einem Leistungsbegriff, der durch Individualisierung geprägt ist
  • Akzeptanz individuell angepasster Erziehungskonzepte

Für die Lehrer bedeutet dies

  • Austausch über inhaltliche und methodische Arbeit
  • Optimierung der Unterrichtspraxis durch die Verknüpfung von Sichtweisen aus der Grundschul- und Sonderpädagogik
  • eigene Reflexion des eigenen Unterrichtsverhaltens und der Unterrichtsdurchführung in der Teamarbeit

 

Organisation des inklusiven Lernens an der Vogelruthschule

Im inklusiven Lernen der Vogelruthschule werden die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in allen Klassen eines Jahrgangs beschult. Für jeden Jahrgang ist ein Sonderpädagoge zuständig.

Die Arbeit des Sonderpädagogen umfasst folgende Bereiche

  • Einleitung der AO-SF-Verfahren für die Schüler des jeweiligen Jahrgangs mit vermutetem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf
  • Verschriftlichung der Förderpläne, welche gemeinsam mit der Grundschullehrkraft erarbeitet wurden
  • Erstellung der Zeugnisse für die zieldifferent beschulten Schüler
  • Beratung der Grundschulkollegen bezüglich des Umgangs mit Schülern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf (Auswahl von Materialien, Unterrichtsmethoden…)
  • Förderung der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in Kleingruppen oder in Einzelförderung
  • Unterstützung der Grundschulkollegen während des Unterrichts
  • gemeinsame Elterngespräche mit den Klassenlehrern
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern, Tagesgruppen und anderen an der Erziehung beteiligten Personen

An der Vogelruthschule finden regelmäßig Teamgespräche und Inklusions-Konferenzen statt. In den regelmäßigen Teamgesprächen zwischen den Lehrkräften einer Klasse und den zuständigen Mitarbeitern des offenen Ganztages werden Unterrichtsinhalte, Erziehungsziele und Organisationsformen miteinander abgesprochen. 

Die Inklusions-Konferenzen werden nach und nach in die Gesamtkonferenz integriert, da sich das Konzept geändert hat. Während der Konferenz werden je nach Bedarf pädagogische Grenzsituationen als Fallbeispiele besprochen und gemeinsam Handlungsalternativen erarbeitet. Ebenso werden neue Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf vorgestellt und es wird sich über Organisationsformen, Unterrichtsangebote, Medienplanung und Anschaffungen ausgetauscht.

An der Vogelruthschule wird viel Wert auf eine intensive Kooperation mit den Eltern sowie den außerschulischen Institutionen (Tagesgruppen/ Wohngruppen, Ärzte/ Therapeuten, Amt für Jugend und Familie usw.) gelegt. Es finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern unter Einbeziehung außerschulischer Einrichtungen statt. In diesen Gesprächen werden die schulische Förderplanung, die elterliche Erziehung und außerschulische Maßnahmen aufeinander abgestimmt.

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