Gemeinsamer Unterricht an der Vogelruthschule
Im Sommer 1990 wurde an der Vogelruthschule die erste Klasse mit Gemeinsamem Unterricht (Integrationsklasse) eingerichtet. Mittlerweile gibt es seit vielen Jahren in jedem Jahrgang jeweils eine GU-Klasse. Hier lernen neben 19 Grundschulkindern fünf bis sechs weitere Grundschulkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können Beeinträchtigungen haben in den Bereichen:
- des Lern- und Leistungsverhaltens,
- der Sprache und Kommunikation,
- der emotionalen und sozialen Entwicklung,
- ihrer geistigen Entwicklung oder
- ihrer körperlichen-motorischen Entwicklung.
Außerdem können dazu Kinder gehören
- mit langandauernden und chronischen Erkrankungen oder
- mit sonderpädagogischen Förderdarfen, die nicht eindeutig einem bestimmten Bereich zu geordnet werden können.
An der Vogelruthschule sind Lehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung eingesetzt, die in unterschiedlichen sonderpädagogischen Fachrichtungen ausgebildet worden sind.
Klassen mit gemeinsamem Unterricht werden von einem Grundschulpädagogen und einem Sonderpädagogen vorbereitet und durchgeführt. Beide bilden ein gleichberechtigtes Klassenleitungsteam mit der Verantwortung für die Belange aller Kinder in der Klasse.
Der Grundschullehrer und der Sonderpädagoge unterrichten möglichst viele Stunden gemeinsam in der Klasse. Grundlage für die Inhalte des gemeinsamen Unterrichts sind die Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule, sowie die individuellen Hilfs- und Förderpläne. Die Klassen mit gemeinsamem Unterricht sind im ständigen Austausch mit den anderen Klassen des Jahrgangs. Sie bearbeiten die gleichen Themen und sprechen sich in der Leistungsbewertung miteinander ab.
Die Grundlage für die sonderpädagogische Förderung eines Kindes ist die Erstellung eines AO-SF, in dem ein Team aus Grundschullehrkraft und Sonderpädagogen den Förderbedarf erheben und genau beschreiben. Die Information und der Austausch mit den Eltern über das Lernvermögen ihres Kindes ist dabei – wie für alle anderen Kinder auch – natürlich unverzichtbar.
Der gemeinsame Unterricht bietet für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechende Lernangebote.
Während Schüler A versucht, den Anfangsbuchstaben des Wortes Igel herauszuhören kann Schüler B zur gleichen Zeit Sätze oder eine kleine Geschichte über den Igel selber lesen und schrieben. Dies ist durch den Einsatz verschiedener Unterrichtsmethoden möglich z.B. Stationslernen, Lerntheken, Tages- und Wochenplanarbeit, projektorientiertes Arbeiten, verstärkt Partner- und Gruppenarbeit.
Am Ende eines jeden Schuljahres wird bei jedem Kind überprüft, ob weiter sonderpädagogischer Förderbedarf besteht. Am Ende des vierten Schuljahres können die Kinder mit sonderpädagogischem in eine integrative Lerngruppe der Sekundarstufe oder eine Förderschule wechseln.